Hohe Auszeichnung für die Roland Richter Ingenieur GmbH Salzweg: Das Projekt „Vorgespannte Granitbrücken Unteriglbach, Ortenburg“ wurde mit dem Deutschen Naturstein-Preis 2026 in der Kategorie „Innovation – Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur“ ausgezeichnet. Mit dem renommierten Preis werden herausragende innovative Ingenieurbauwerke gewürdigt, die Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und architektonische Qualität miteinander verbinden.
Innovation aus Naturstein
Das ausgezeichnete Brückenkonzept basiert auf einer ebenso einfachen wie wegweisenden Idee: Massive Granitsegmente werden mit hochfestem Spannstahl zu einem leistungsfähigen Tragwerk verbunden. Dadurch entstehen außergewöhnlich schlanke Brücken mit Spannweiten von bis zu 20 Metern – bei einer Bauhöhe von lediglich 15 bis 50 Zentimetern. Die Brücken kommen ohne zusätzliche Beläge oder Beschichtungen aus. Der Granit übernimmt gleichzeitig die tragende und die sichtbare Funktion. Das Ergebnis sind langlebige, wartungsarme Bauwerke mit einer klaren, zeitlosen Gestaltung.
Wirtschaftlichkeit über Generationen
Vorgespannte Granitbrücken überzeugen nicht nur durch ihre elegante Konstruktion, sondern auch durch ihre Wirtschaftlichkeit. Mit einer erwarteten Lebensdauer von deutlich über 100 Jahren reduzieren sie Betriebs- und Unterhaltungskosten nachhaltig. Aufwendige Instandhaltungsmaßnahmen wie Korrosionsschutz, Belagserneuerungen oder regelmäßige Sanierungen entfallen weitgehend. Gerade für Kommunen und öffentliche Auftraggeber entsteht dadurch eine zukunftssichere Infrastruktur, die langfristig wirtschaftlich und nachhaltig betrieben werden kann.
Nachhaltig bauen mit regionalem Naturstein
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Verwendung von hochwertigem Tittlinger Feinkorngranit aus den unternehmenseigenen Steinbrüchen der Kusser Granitwerke GmbH. Im Gegensatz zu vielen anderen Baustoffen muss Granit weder gebrannt noch chemisch behandelt werden. Kurze Transportwege und die hohe Dauerhaftigkeit sorgen zusätzlich für eine ausgezeichnete Klimabilanz. Nachhaltigkeit beginnt bei der Materialwahl und setzt sich über den gesamten Lebenszyklus des Bauwerks fort.
Präzision von der Planung bis zur Montage
Jede vorgespannte Granitbrücke wird individuell auf die Anforderungen des jeweiligen Projekts abgestimmt. Bereits in der Planung werden Belastbarkeit, Geländersysteme, Wegeanschlüsse und örtliche Gegebenheiten berücksichtigt. Die Fertigung erfolgt vollständig im Werk. Nach der Bearbeitung der Granitsegmente werden die Spannstahllitzen eingebracht, die Elemente verklebt und vorgespannt. Die Brücke wird anschließend komplett vormontiert zur Baustelle geliefert und innerhalb eines einzigen Krantages auf die vorbereiteten Widerlager eingehoben. Dieses Verfahren gewährleistet höchste Präzision sowie kurze Bauzeiten mit minimalen Eingriffen vor Ort.
Schlank, leistungsfähig und barrierefrei
Mit ihrer außergewöhnlich geringen Bauhöhe ermöglichen vorgespannte Granitbrücken barrierefreie, nahezu fugenlose und rutschfeste Übergänge. Gleichzeitig eignen sie sich nicht nur für Fuß- und Radwege, sondern – je nach Auslegung – auch für Einsatzfahrzeuge mit Lasten bis zu 20 Tonnen. Die schlanke Konstruktion verbessert darüber hinaus den Hochwasserschutz, da ein größerer Freibord erhalten bleibt. Optional können Geländersysteme für Extremwetterereignisse demontierbar ausgeführt werden. Die Konstruktion verfügt über die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-13.4-150 des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) und erfüllt damit höchste Anforderungen an Sicherheit und Dauerhaftigkeit. International belegen bereits mehr als hundert realisierte Granitbrücken deren Leistungsfähigkeit.
Erfolgreiche Zusammenarbeit
Der Deutsche Naturstein-Preis 2026 ist zugleich eine Auszeichnung für die erfolgreiche Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten. „Die Roland Richter Ingenieur GmbH bedankt sich insbesondere bei der Kusser Granitwerke GmbH aus Aicha vorm Wald für die partnerschaftliche Entwicklung und Umsetzung dieser innovativen Brückenlösung.
Gemeinsam ist ein Bauwerk entstanden, das zeigt, wie sich Ingenieurkunst, regionaler Naturstein und nachhaltige Infrastruktur zu einer zukunftsweisenden Lösung verbinden lassen“, erklärt Prokurist Thomas Engshuber. „Wir freuen uns sehr über diese besondere Anerkennung und sehen sie als Ansporn, auch künftig innovative und nachhaltige Ingenieurlösungen für die Infrastruktur von morgen zu entwickeln.“

